Touren

2015 | Weser/Elbe

Bremen | Bremerhaven | Cuxhaven | Otterndorf | Stade | Hamburg

Magen/Darm

Gleich zu Anfang die obligatorische Lobhudelei damit die Diven in der Truppe erstmal zufrieden sind:

Reinhard fährt seit dieser Tour in einer ganz anderen Liga und die Anschaffung einen E-Bikes ist auf unbestimmte Zeit vertagt - dazu später. Axel hat es geschafft, uns ohne Kartenmaterial von Bremen nach Bremen zu bringen, orientiert allein am Moosbewuchs der Zaunpfähle, der Ködelkonsistenz auf den Deichwegen und der Dichte des Bierschaums - wie macht der Bursche das bloß.

Freitag

Von der Feuerwache in Walle führt uns Axel durch die übriggebliebene Hafenindustrie von Bremen. Hartwig musste noch Mutti im Krankenhaus besuchen und ist erst beim Fährhaus Meyer-Farge zur Gruppe gestoßen. Die Strecke wie gewohnt gut und dass wir am Ende 20 Kilometer mehr auf dem Tacho hatten, ist mit Rückenwind kaum aufgefallen. Auf halber Strecke konnten wir schon das Klein Dubai in Bremerhaven sehen aber es nützt natürlich wenig, im höchsten Hotel der Stadt zu wohnen, wenn die Zimmer im ersten Stock liegen. Mit der Hotelbar konnten wir uns nicht anfreunden und waren ganz froh, dass man dort zum Abendessen keinen Platz für uns hatte. Stattdessen haben wir zünftig einen alten, etwas muffigen Windjammer gekapert. Dass wir den Absacker mit Zigarrenbegleitung in der Davidoff-Lounge eingenommen haben, war noch am anderen Morgen deutlich zu riechen. Atlantic Hotel Bremerhaven.

Samstag

Der Wind hat gedreht und der Regen hat zugenommen. Mit geschicktem Unterstellen sind wir insgesamt zwar einigermaßen trocken geblieben aber die Windböen haben uns ziemlich zugesetzt. Schwer beeindruckt waren wir von den riesigen Hafenanlagen in Fishtown. Unterwegs eine kurze Kaffeepause mit der spontanen Ankündigung von Reinhard, dass dies seine letzte Radtour ist - dazu später.

Endlich in Cuxhaven angekommen waren wir ziemlich ausgehungert und hatten vergessen, das man mittags lieber etwas leichter essen sollte. 4x Backfisch mit Kartoffelsalat lagen uns schwer im Magen - da haben wir auf die falsche Fischbratküche gesetzt. Dafür sind wir gleich nach dem Essen scharf rechts abgebogen und hatten plötzlich dem Wind mit all seinen Böen konstant von hinten. Kein Wunder, dass wir schon eine Stunde später in unserem Hotel in Otterndorf angekommen sind.

Der gesamte Restaurantteil war komplett neu gemacht und da hat ein Architekt mal ein glückliches Händchen gehabt. Selbst an den Speisekarten gab es designtechnisch nichts zu mäkeln. Der Service beim Essen war etwas überfordert aber die Küche hat alles wieder rausgerissen. Die Zimmer hinkten etwas hinter dem Niveau des Restaurants hinterher. Wir hatten ein Familienzimmer mit 2 Etagen und Axel hat die Gelegenheit genutzt, die Nacht auf dem Hochsitz zu verbringen. Hotel am Medemufer

Sonntag

Der Sonntag begrüßte uns mit Starkregen, so dass wir genügend Zeit für ein ausgiebiges Frühstück hatten. Regenschauer haben uns dann auch den ganzen Tag begleitet, so dass wir uns oft unterstellen mussten. Dank Rückenwind sind wir am Ende trotzdem im Timing geblieben - zu diesem Zeitpunkt hätten wir uns DIE WINDHUNDE nennen können.

In Wischhafen wartete mittags schon ein Restaurant mit frischem Fisch, alternativ Matjes und Currywurst, auf uns, alles eindeutig besser als am Vortag. Unterwegs noch ein klitzekleines Stück Kuchen in einer Strandbar und schon war das Ramada Hotel von Stade in Sicht - leider das Falsche. Aber Stade ist nicht Berlin, Ramada II in der Innenstadt war schnell gefunden.

Auf der Suche nach einem geeigneten Restaurant, ist die Wahl auf einen Italiener gefallen, der sich damit rühmte, keine Pizza zu servieren. Dem haben wir im Laufe des Abends 5 Flaschen Wein abgekauft, als Sättigungsbeilage dazu 4x die Lammfilets, die wir im Nachhinein als gesundheitsschädlich im Verdacht haben. Wir sind noch gesund ins Hotel getorkelt aber schon ein paar Stunden später wurde das Hotelklo unser Lieblingszimmer. Entsprechend schlapp hingen wir morgens am Frühstückstisch. Alle außer Reinhard.
Ramada Hotel: Herzog Widukind


Montag

Für Hartwig und Peter war hier eindeutig das Ende der Radtour gekommen, Axel war sich nicht sicher und plötzlich hat Reinhard seine Chance erkannt, vom einfachen Helden zum Superman aufzusteigen. Die 50 Kilometer von Stade nach Hamburg hätten es getan, aber nein, Reinhard setzt noch einen drauf und radelt mal eben die 103 Kilometer direkt nach Bremen. 14 quälende Jahre als Schlusslicht sind mit einem Befreiungsschlag vergessen und im internen Gesamtkilometerranking hätte er sich mit dieser Leistung auf den Spitzenplatz katapultiert - wenn da nicht die Lahntour wäre, die er damals nicht mitfahren konnte.

Der Rest der Truppe hat sich unspektakulär mit einem Niedersachsenticket nach Hause aufs Sofa geschleppt. Bleibende Schäden hat es aber wohl nicht gegeben.