Touren

2012 | Mallorca 7

Doppelter Windschatten

Inzwischen sind wir im El Coto zum Lieblingshotelgast aufgestiegen. Die erste Reihe im Restaurant ist uns sicher und man betüdelt uns wie ein altes Ehepaar. Wenn Axel unsere Betten sicherheitshalber etwas auseinander schiebt, werden Sie von den Zimmermädchen jeden Abend wieder liebevoll zusammen geschoben.

Geradelt sind wir natürlich auch. 530 Kilometer auf und ab und 1000 Meter nahezu senkrecht auf unsere beiden Hausberge San Salvador und Kloster Cura. Seitdem genieße ich den Ruf des schlechtesten Bergfahrers von Malle und Axel trägt den Spitznamen “der Joker”, weil er in Extremsituationen Energien freisetzen kann, von denen nicht mal Elke oder sein Chef etwas ahnen.

Jan Ulrich hat es seinerzeit mit Eigenblutkonserven versucht, wir haben zum Doping unsere beiden Heißblüter Jens und Detlef, die uns mit Ruhepuls 125 im Windschatten durch die Gegend geschleppt haben und glücklich waren, wenn wir sie zum Ende des Ausrittes noch mal von der Leine gelassen haben. Beide rundum betreut durch ein weibliches Team Sabine und Elvira und beide sogar beim Pinkeln unter Aufsicht eines Satelliten, der jeden Meter der Tour bei Google Earth nachgezeichnet hat. Ehrlicherweise geben wir zu, dass Axel und ich den einen oder anderen Meter Alternativprogramm in einer Tapabar hatten. Und während wir abends rauchend und trinkend an der Hotelbar hängen geblieben sind, haben die Beiden schon neue Energien gebündelt.

Bleibt noch der Mandelkuchen, den ich diesmal nicht im Duty Free am Flughafen kaufen wollte sondern romantisch bei einem einheimischen Bäcker vor Ort. Mandelkuchen gibt es auch an jeder Ecke aber natürlich nicht flugtauglich verpackt. So wurde dann der Bäckersgatte per Fahrrad auf die Suche nach einem passenden Karton geschickt. Seitdem wurde er nicht mehr gesehen und die Chefin, die eindeutig besser backen als einpacken kann, hat leider selbst Hand angelegt. Mit Hilfe der Hotelrezeption entstand letztlich ein spanisch, schweizerisches Gesamtkunstwerk, bei dem Christo und seiner verstorbene Muse blass vor Neid geworden wären.

Es gäbe noch viel zu berichten über Sonnenbrand, schnarchende Bettgenossen, Fernsehen im Bett, Gegenwind, zu kaltes Poolwasser, Krankenschwestern … das fällt aber bei der Gesamtbeurteilung alles nicht ins Gewicht – es war wieder gut!


Termin: 28.4. – 5.5. 2012
Team: Axel, Jens, Detlef und Peter (Support: Sabine und Elvira)
Radverleih: Max Hürzeler
Hotel: El Coto