Touren

2012 | Ems-Radweg

Emden | Leer | Meppen | Rheine | Münster

Hexenschuss

Freitag
Diesmal haben wir die Gunst der späten Abreise genutzt. Statt Picknick im Zug gab es Spaghetti Pappsatt auf der Penthouse-Terrasse von Axel und Elke und nur mit Hilfe eines kleinen Verdauungsgrappas haben wir es trotzdem noch bis zum Bremer Bahnhof geschafft. Auf dem Klappsitz des Fahrradabteils wurde entgegen aller Gewohnheiten nur noch ein Fläschchen Rotwein entkorkt, die zweite Flasche hat Reinhard als Ballast bis zum letzten Tag in der Packtasche gehabt.
Den Prolog von Emden nach Leer hätten wir uns sparen sollen. Der Ausritt aus der Stadt ist nicht besonders romantisch und die Fähre, die uns auf den rechten Emsradweg bringen sollte, fuhr schon nicht mehr. Also ging es 30 Kilometer hoppelig und langweilig an der Bundesstraße entlang.
Das Hotel lag direkt am Bahnhof, die Züge fuhren quasi durch unser Zimmer und wir waren froh, dass Herr Ramsauer verstärkt auf Gigaliner setzt und der Umstieg von der Straße auf die Schiene noch nicht vollzogen ist. Auch Leer hat das Wasser für sich entdeckt und neben vielen schicken Wohnungen haben wir uns von einem Italiener blenden lassen, der zwar gut liegen aber schlecht kochen konnte.


Samstag
Bis zur Meyerwerft ging es immer am Deich entlang und Papenburg hat sich mit Sonnenschein und Stadtfest von seiner besten Seite gezeigt. Da kann man noch mal hin. Viel Zeit hatten wir allerdings nicht, weil HSV/Werder, den Anstoß unseretwegen nicht verschieben wollte. Irgendwo zwischendurch noch eine wabbelige Currywurst bis wir dann 10 Minuten vor Anpfiff in Harren eingelaufen sind. Vom Ort haben wir nichts gesehen, weil wir nur Skybars im Tunnelblick hatten. Erst ganz zuletzt, als wir schon enttäuscht den Ort wechseln wollten, hat es dann doch noch geklappt. 50 biertrinkende Männer bei schönstem Wetter auf engstem abgedunkelten Raum, von Rauchverbot keine Spur. Besonders gut gesehen haben wir nicht, dafür aber schlecht gesessen, 20 Bierchen hatten wir zuletzt auf dem Deckel.Gespielt wurde immer nur ein paar Minuten, dann waren die Spieler müde und die Übertragung hat in ein anderes Stadion gewechselt. Der Ball war immer der gleiche und alle Mannschaften hatten den gleichen Migrationshintergrund. Was ich nicht verstanden habe, ist, woher die Kicker wissen, wann Sie wieder auf Sendung sind. Aus irgendeinem mir nicht ersichtlichem Grund hat Werder gewonnen und meine Jungs waren glücklich, was ja auch der Sinn der Veranstaltung war.
20 lange Kilometer fehlten noch bis Meppen. Duschen, Umziehen, Föhnen, Deo, Wetterbericht, Börsenkurse, Anruf bei der Liebsten, Trikots durchwaschen – alles in sportlichen 30 Minuten nur um anschließend beim Griechen zu landen. Und weil ich mich zwischen den 234 Gerichten nicht entscheiden konnte, wurde es am Ende der ganz große Kompromiss, die DELPHI Platte, von allem viel zu viel. Noch ein Gläschen Wein in der Hotelbar und dann mit Axel ins 140 cm breite kuschelige Hochzeitsbett, immerhin mit getrennten Decken.


Sonntag
Am Morgen ist Reinhard von einem Hexenschuß zur Strecke gebracht worden. Alle denkbaren Witze zu diesem Thema sind inzwischen gemacht, sind aber nicht freigegeben. Er konnte jedenfalls nicht laufen, nicht stehen nicht liegen – das einzige was gut ging war Radfahren, was auf einer Radtour natürlich ganz praktisch ist.
Bei bestem Sonnenschein ging es weiter nach Rheine, mal links mal recht von der Ems, ein Stück auch mal am Dortmund-Ems-Kanal entlang. In Lingen ein ärgerliches Spaghettieis bei dem die Kellnerin jegliche Chancen auf ein Trinkgeld verpatzt hat. Die nächste Einkehr am Nachmittag hat alles wieder herausgerissen. Am Rande eines Swin-Golfplatzes (http://www.swingolf-deutschland.de) hat die Kellnerin alles richtig gemacht und uns lückenlos mit Kartoffelpuffer, Kuchen, Bier und Kaffee versorgt. Anschließend eine landschaftlich wunderschöne Einfahrt noch Rheine, das Hotel direkt an der Ems gelegen mit einer schönen Sonnenterrasse. Der Restauranttip war auch eher eine Niete und um 22 Uhr wurden überall die Stühle hochgestellt, uns blieb nur noch die Hotelbar.


Montag
Am Montag war schon ein bisschen die Luft raus, später auch aus meinem Vorderrad. Es fehlte der letzte Druck auf die Pedale und wir haben oft orientierungslos vor Verkehrsschildern gestanden. Mittags drohte eine Meuterei, als wir auf Anhieb keine Currywurst fanden und als Ergänzung zur Rotweinflasche in Reinhards Packtasche die Idee zu einem Picknick geboren wurde. Im ersten Geschäft am Platze haben wir uns mit Leckereien eingedeckt und als wir dann auch noch das passende Picknickplätzchen gefunden hatten, waren die Wogen wieder einigermaßen geglättet. Die Einfahrt nach Münster ist uns misslungen und wir sind unromantisch durchs Gewerbegebiet in die City eingerollt, kurz Richtung Bahnhof orientiert und auf einer Sonnenterrasse die Wunden geleckt, neue Pläne geschmiedet und ein zufriedenes Fazit gezogen: Alles war super.


Team: Axel, Reinhard, Hartwig, Peter
Planung: Reinhard
Termin: 31.8. – 3.9.2012
Hotels: Best Western Frisia in Leer, Hotel Pöker in Meppen, Hotel City Club in Rheine