Touren

2014 | Aller | Leine

Bremen | Verden | Garbsen | Einbeck | Göttingen

Miles and More

Freitag den 13. Juni Der Leberkäse mit Kartoffelsalat im Paulaner war eine gute Wahl und mit ganz viel Rückenwind ging es leichtfüßig auf der Ostseite der Weser nach Verden. Statt der geschätzten 30 Kilometer sind es am Ende dann doch 48 Kilometer geworden, aber das hat mir zu diesem Zeitpunkt noch niemand übel genommen. Das Hotel (www.tholes.de) überraschte uns mit einer Lichtschranke im Bettkasten: sobald man die Beine aus dem Bett baumeln lässt, geht eine Nachtbeleuchtung an, die einen unfallfreien Klogang ermöglicht.
Königsberger Klopse bei Pades (http://www.pades.de) haben den Tag lecker abgerundet und mit einer Zigarre und etwas Rotwein im Garten haben wir den Prolog standesgemäß beendet.

Samstag, 14.6. Nach dem Frühstück konnten wir unsere altes Allerradweg-Trauma abbauen. Auf gut ausgebauten Wegen und durch schöne Landschaft haben wir die ersten 50 Kilometer kaum gespürt. Am Eiskaffee in Schwarmstedt sind wir dann  südwärts  in den Leine-Radweg abgebogen und spätestens hier war klar, dass wir mit den geplanten 75 Kilometern nicht hinkommen werden. Dass es am Ende 100 werden sollen, hat aber niemand vermutet.
Der Leine-Radweg von der Qualität deutlich schlechter als an der Aller. Viele Schotterwege, Hoppelplaster und Trampelpfade. Aber weil der Wind immer noch von hinten kam, war die Stimmung weiterhin gut. Die kippte dann allerdings, als wir in Garbsen ankamen und ich feststellen musste, dass unser Hotel in Ortsteil Schloß Ricklingen liegt, einen Ortsteil, den wir schon vor 4 Kilometern passiert hatten. Dann schickte uns das Navi auch noch in eine Golfplatz-Sackgasse und als wir endlich im Hotel eintrafen, hab ich kurz um mein Leben gefürchtet.
Zum Glück wurden wir im Hotel Akazienhof (http://www.akazienhof-garbsen.de) von einer Empfangsdame begrüßt, die sich weigerte vier Bierchen zu zapfen, bevor wir nicht eingecheckt haben, Vorkasse verlangte und die uns auch sonst ziemlich blöd gekommen ist. Das war für mich ein willkommener Grollableiter und im sonnigen Garten war die Stimmung schnell wieder gut. Das Abendessen hat uns dann auch mit dem Hotel versöhnt, dazu etwas Slapstick am anderen Morgen, weil die Gäste das Frühstücksbuffet nicht finden konnten.

Sonntag, 15.6. Das Vertrauen in die Kilometerangaben der Reiseleitung war etwas geschwunden und Hartwig ließ sich zu einer Wette hinreißen, dass es heute mindestens 105 Kilometer werden. Das Wetter war perfekt: Sonne, immer noch Rückenwind und schöne Wege, vor allem rund um Hanover. Die erste Bergwertung brachte uns das Schoß Marienburg des Pinkelprinzen und ein kleines Stimmungstief hatten wir in Elze, weil uns statt der erhofften Landküche ein oberschäbiger Italiener erwartete, der uns viel Zeit und viel gute Laune gekostet hat (einen Grollableiter hab ich zu diesem Zeitpunkt nicht gebraucht).
Vor Einbeck dann tatsächlich noch ein fieser Anstieg und mit 123 Kilometern auf dem Tacho hat Hartwig seine Wette dann auch glatt gewonnen.
Viel Zeit hatten wir nicht zu verlieren denn ab 21 Uhr klappt Einbeck seine Bürgersteige hoch. Wir haben auf dem Marktplatz aber doch noch ein schönes Plätzchen bei einen Spanier gefunden und mit Tapas, Wein und Brandy haben wir den Tag draußen beenden können, der Grieche ist uns erspart geblieben.
http://www.haus-johanna-einbeck.de

Am Montag mussten wir pünktlich am Bahnhof in Göttingen sein, weil wir rechtzeitig zum WM-Spiel Deutschland-Portugal in Bremen sein wollten. Also sind wir sicherheitshalber eine Stunde früher gestartet, weil wir nicht wussten ob uns noch mehr Berge und noch mehr Kilometer erwaretn. Aber alles easy. Nach den versprochenen 40 Kilometern standen wir am Bahnhof und konnten sogar noch eine Zug früher als geplant fahren, obwohl wir kurz vor dem Bahnhof noch Reinhard Fahrradhelm bei einen Sturz getestet haben.

Ein steht fest: So eine Tour kann man nur mit Helden machen.