Touren

2012 | Eider/Treene

Durststrecke

Heide, Friedrichstadt, Rendsburg und wieder Heide waren unser Ziel, insgesamt knapp 200 Kilometer.
Vom Wetter her hätten drei T-Shirts und eine Zahnbürste gereicht aber der pessimistische Radfahrer schleppt natürlich trotzdem Ponchos, Gamaschen, Regenjacken und ähnlich Nützliches mit sich herum.
Nach der Ausfahrt aus Heide und einem kurzen Zwischenstop mit Kaffee und Kuchen sind wir ziemlich zeitig in Friedrichstadt eingeritten und weil die Sonne so schön schien, haben wir aufs Duschen verzichtet und sind stattdessen nach einem kleinen  Begrüßungstrunk noch ein bisschen durch den Ort gestiefelt, immer auf der Suche nach mehr oder weniger nützlichen Mitbringseln für die Letztgeborenen von Jens.
Wenn die Tagestouristen weg sind, ist Friedrichstadt doch ziemlich übersichtlich und die Wahl des Lokals fiel nicht schwer, zumal wir uns auch noch die letzten Sonnenstrahlen zum Essen gönnen wollten. Anschließend noch schnell die Erdnussvorräte der Hotelbar vernichtet und ab ins Bett.
Bei bestem Wetter sind wir am Samstag an Eider, Treene und Sorge entlanggeschlängelt und wir wären auch gut vorangekommen, wenn nicht bei jedem zweiten Schild der Verdacht bestanden hätte,  dass es jemand böswillig gedreht und die Kilometerangaben gefälscht hat. Dazu immer wieder der Versuch mit einem kleinen Umweg die Strecke abzukürzen.
Fernab von jeglicher Zivilisation haben wir keinen preiswerten Mittagstisch gefunden, keine Tanke mit Quickshop und keinen Pennymarkt mit Late-Night-Shopping und gegen Mittag waren unsere Wasservorräte weitestgehend aufgebraucht. Ohne Pause waren wir aber frühzeitig in Rendsburg und konnten mit ein paar Flens den Flüssigkeitsspiegel wieder vorsichtig anheben. Abends draußen beim Italiener und danach waren die Möglichkeiten von Rendsburg auch schon ausgeschöpft.
Das Hotel hatte den Namen Designhotel tatsächlich verdient und war sehr geschmackvoll und modern eingerichtet. Das Bett war eher was  für Jungverliebte auf Hochzeitreise, was beides auf Eckhardt und mich nicht zutraf – trotzdem eine Empfehlung.
Bleibt  noch der Rückweg nach Heide, der bei widrigen Winden dann doch länger war, als geplant. Zur Belohnung ein dickes Eis, und lange Gesichter, als der Zugführer uns nicht mitnehmen wollte, weil die Fahrradabteile seiner Meinung nach überfüllt waren. Als Beamtensohn hab ich ihm geglaubt, Eckhardt ist aber hartnäckig geblieben und in letzter Minute durften wir dann doch noch mitreisen. In Altona raus und von dort mit dem Rad zum Hauptbahnhof, weiter nach Bremen. Dreieinhalb Stunden An- und Abreise sind für ein Wochenende schon das Maximum wobei es uns aufgrund mehrmaligen Umsteigens nicht langweilig wurde.
Fazit: Sehr schöne abwechslungsreiche Streckenführung, meist gut ausgeschildert und zwischendurch sogar ein bisschen wellig.
Und zuletzt die obligatorische Lobhuldelei: Glückwunsch, Jens, zur Planung und zur Wahl der Hotels. Ein kleines Wunder, dass wir den Radweg auch ohne Lesebrille mal mehr, mal weniger gefunden haben. Karl, danke dafür, dass Du den Kampf mit dem Fahrkartenautomaten aufgenommen hast und ihm  immer den optimalen Bahntarif abgerungen hast. Eckhardt, wir wissen nicht, mit was Du dem Schaffner gedroht hast, aber danke, dass Du mich nicht aus dem Kuschelbett geschubst hat – viel schmaler darf es aber nicht werden.


Planung: Jens
Team: Jens, Karl, Eckhard, Peter
Termin: 29.6. – 01.7. 2012
Hotels: Friedrichstadt,  Rendsburg