Touren

2013 | Elbe-Aller

Helmstedt  | Haldensleben | Wolfsburg | Winsen | Verden | (Bremen)

Ein Waller an der Aller

Eigentlich war mein zweiter Versuch der Elbe-Aller-Tour dazu gedacht, alte tiefsitzende Psychosen abzubauen, weil ja der erste Versuch mit den HELDEN im Jahre 2010 kläglich im Dauerregen gescheitert war. Diesmal kam das Wasser alternativ von unten, weil die Elbe großräumig über die Ufer getreten war. Da wollten wir in Magdeburg lieber nicht stören und sind schon in Helmstadt, dem alten Grenzbahnhof, ausgestiegen und über viel Berg und Tal nach Haldensleben geradelt.
Überhaupt stand der Start unter keinem guten Stern. Thorsten musste mittelkurzfristig absagen und Karls Mutter (auch die von Jens) musste kurz vor der Abreise noch schnell ins Krankenhaus, so dass er mit einigen Stunden Verspätung allein nachreisen musste, toller Einsatz.
Wetter: Mit kurzen Hosen war man immer gut gekleidet und auf den letzten Kilometern wurde schon die Sonnencreme knapp. Ein halbe Stunde Regen in Celle ist eigentlich nicht erwähnenswert und mit Rückenwind aus dem Osten konnte man nicht ersthaft rechnen.
Strecke: Sogar für Leute ohne Pfadfinder-Diplom war die Strecke leicht zu finden. Einzig die Ausfahrt aus Celle war ein Blindflug und die Autostadt Wolfsburg hat Ihrem Namen alle Ehre gemacht: Radfahrer sind dort eher nicht gewollt. Jeder Flußwindung folgend oder ewig schnurgerade auf alten Bahnstrecken war der Weg sehr abwechslungsreich und völlig maisfeldfrei.
Technik: Jens hatte eine Pechsträhne. Erst ein dickes Loch im Schlauch und dann auch noch eine mittelschwere Karambolage mit einem mitten im Weg stehenden Absperrpfahl (Poller). Zum Glück hat es ihm nur den Sattel unter dem Hintern weggerissen, wie das möglich war, wissen wir bis heute nicht. 4 Ingenieure haben sich anschließend stundenlang mit der Reparatur der Sattelhalterung beschäftigt, wobei es letztlich das einfachste war, im Supermarkt eine neue zu kaufen. Jedenfalls sind wir jetzt ganz große Befürworter von langen Öffnungszeiten am Samstag Abend.
Essen: Vielleicht ist unser Anspruch zu hoch, wenn wir in jeden Dorf mindestens eine Eisdiele, einen Getränkeshop und wahlweise chinesischen, italienischen und griechischen Mittagstisch erwarten. So ein kulinarisches Niemandsland haben wir aber lange nicht durchfahren, einige Dörfer könnte man komplett schließen und mit anderen zusammenlegen.
Hotels: Das erste Haus am Platze war in Haldensleben für eine Radtour gerade ausreichend. Mit Krimidinner, Whiskeysammlung und Schachbrett war der Anspruch der beiden Hoteliers sicherlich höher, als der des Publikums. Der alte Wolf in Wolfsburg machte seinem Namen alle Ehre. Alles ein bisschen windschief, muffig und düster aber wunderschön neben dem Schloss mit seinen großen Gartenanlagen gelegen. Ein Jazzfestival gab den nötigen kulturellen Background. Bei Jan Hintsch in Winsen war dann alles perfekt. Etwas kleine aber geschmackvolle Zimmer, eine regionale, hochwertige Küche und eine großzügige sehr gepflegte Außenanlage.
Fazit: Mit 40, 75, 95, 80 (120 Karl und Peter) Kilometern wird die Bezeichnung “Klassiker” dem Leistungsstand nicht mehr gerecht und muss sich hinter den HELDEN nicht verstecken. Wir suchen also nach einem angemessenen neuen Namen wie: “Windhunde”, “Haie”, “Jaguar” – Vorschläge?
Und zuletzt wieder die obligatorische Lobhudelei für das Team:
Danke Eckhard, dass Du mit speziellem Kartenmaterial die Lücken in meiner Routenplanung geschlossen hast und danke für Deine reichhaltige Lebenserfahrung, durch die es uns gelungen ist, auch scheinbar unüberwindliche Zugtüren spielend zu öffnen. Danke Jens, dass Du alles Unglück dieser Reise auf Dich genommen hast und uns fast nebenbei mit zwei nagelneuen, farbenfrohen T-Shirts überrascht hat. Danke Karl, weniger geht nicht. Mit Deiner Barfußfahrt hast Du mal wieder einen neuen Trend im Bereich Regenmodenbekleidung gesetzt. Mülltüten sind out – gar nichts ist in.
Ich bin gespannt auf das nächste Jahr. 


Team: Eckhard, Jens, Karl, Peter
Planung: Peter
Termin: 13.-16.06.2013
Hotels: Haldensleben, Wolfsburg, Winsen