Touren

2018 | Münsterland

Münster | Emsdetten |Heek | Lüdinghausen | Münster

Partnertausch

Der Bahnhof Münster war unser Ausgangspunkt weil Hartwig, unser Mann aus Bonn, und die drei übrigen Helden aus Bremen aus beiden Richtungen gut anreisen können. Aber Hartwig hatte Knochen und Axels Sandkastenfreund Heiner musste, wie schon an der Lahn, als Ersatzmann einspringen. So entstanden neue Paarungen und ich hab ganz gegen meine Gewohnheit die Nacht mit Reinhard verbracht, der mein Schnarchen als moderat eingestuft hat - jetzt machen wir uns natürlich Sorgen, ob er vielleicht nicht mehr so gut hört.

Die Bahnfahrt war kurz und deshalb haben wir auf das obligatorische Picknick im Zug verzichtet. Raus aus dem Bahnhof und rauf auf den Fahrradring, der die Stadt komplett umrundet. Das hat uns so beeindruckt, dass wir zu spät abgebogen sind und schon nach wenigen Kilometern die ersten Orientierungsprobleme hatten. Wieder auf der Spur war klar, warum das Münsterland bei Radfahrern so beliebt ist: Die Fahrt auf perfekt asphaltierten Wirtschaftswegen war einfach landschaftlich schön und weitestgehend autofrei. Als der Hunger am größten war, haben wir in einem aufgeräumten Dorf mit vier Gaststätten einen Platz gefunden und die Empfehlung des Kellners, Spaghetti Aglio Olio, war unerwartet ein Volltreffer. 

Bis zu unserem Etappenziel Emsdetten war es dann auch nicht mehr weit und weil der Himmel dunkel wurde, gab es vor dem Duschen noch schnell eine Zigarre zur Flasche Rotwein. Das Abendessen war in den folgenden Tagen nicht zu toppen: Rinderrouladen wie von Muttern und als Gruß aus der Küche vorweg eine kalte Gurkensuppe mit schwimmendem Scampi - sehr lecker. Hotel Lindenhof (www.lindenhof-emsdetten.de)

2. Tag

Frisch gebratene Spiegeleier sind er neue Frühstücksstandard seit bei vielen Hotels der Verdacht besteht, dass das Rührei nicht aus dem Huhn sondern aus der Packung kommt. Im Hotel Lindenhof waren sie am besten.

Der höchste Ort der Tour, Bad Bentheim, war kulinarisch gleichzeitig der Tiefpunkt. Unter das Niveau des Tapatellers hat es kein Lokal geschafft. Unterwegs blieb nur noch Zeit für einen schnellen Eisbecher denn wir mussten pünktlich zum Anstoß in Garbsen sein. Eine sky-Kneipe war schnell gefunden und weil wir die einzigen Gäste waren, durften wir Werder/Frankfurt live sehen. Inzwischen weiß ich ja, dass man sich ruhig verhalten muss, Schimpfen auf den Schiedsrichter ist Pflicht, Fouls des Gegners sind grundsätzlich rote-karte-verdächtig bei eigenen Fouls vermutet man grundsätzlich erstmal eine "Schwalbe". Obwohl das Spiel über weite Strecken unentschieden blieb, wurde unsere Geduld am Ende doch noch mit einem Sieg belohnt und der Championsliague steht aus damaliger Sicht nichts mehr im Wege. Bei der Gelegenheit ist eine Wette zwischen Reinhard und Heiner entstanden. Reinhard sieht Werder mindestens auf Tabellenplatz 6 - Heiner hält mit 50 Euro dagegen - wir sind gespannt.

Nach 23 Bierchen fiel uns die Weiterfahrt schon etwas schwerer und es gab keinen Widerspruch, die Abkürzung entlang einer Bundesstraße zu nehmen. Im Hotel wieder das gewohnte Programm: Zigarre und Rotwein, duschen, umziehen, essen gehen. In Heek waren Pfifferlinge in allen Variationen der Hit und weil wir auf eine Vorspeise nicht verzichten wollten, waren wir am Ende ziemlich abgefüllt. Hotel am Markt (www.hotel-m3.de).

3. Tag

Schon nach wenigen Kilometern die erste Kaffeepause in Ahaus mit einer riesigen Schlossanlage und einer Kirche mit der Fassade eines Parkhauses. Mittags in Coesfeld eine Mega-Pizza "for best friends" im wespenfreien Hinterhof. Das war eher leichte Kost, so dass wir ohne Bedenken anschließend noch ein Spagettieis in Dülmen einschieben konnten. Auf der ruhigen Hotelterrasse in Lüdinghausen der obligatorische Rotwein, Zigarre, duschen und essen. Am Ende des Tages waren es dann eine Flasche Wein und 4 Schnäpse zu viel. Zum Thema ob Vegetarier eine bedauernswerte Begleiterscheinung unserer Wohlstandsgesellschaft sind, gingen die Meinungen glücklicherweise lautstark auseinander, so dass kurzfristig ein zweites Bremerhaven drohte, wo der Import von Überseeweinen unterschiedlich bewertet wurde, lange bevor Trump auf die Idee mit Handelsschranken gekommen ist. Hotel Steverbett (https://www.steverbett.de)

4. Tag 

Am Ende kam es, wie es kommen musste. Wir waren ziemlich früh in Münster und aus dem Cappuccino, den wir mal eben am Straßenrand trinken wollten, ist spontan ein 2-stündiges Gelage geworden. Der sizilianische Wirt hat einfach alles richtig gemacht, hat uns zwischendurch mit Bruscetta aufs Haus angefixt und im Gegenzug haben wir ihm 3 Flaschen Wein, Pasta, Espressi und ein bisschen Wasser abgekauft. Direkt auf dem Bürgersteig gab es genug zu gucken, zumal auf der anderen Straßenseite ein mobiler Würstchenbräter sein Geschäft aufmachte. Der Abschied fiel schwer, den Zug haben wir aber trotzdem wie geplant erreicht.

Nächstes Jahr radeln wir dann hoffentlich wieder mit Hartwig, sonst bin ich der einzige, der noch einer geregelten Beschäftigung nachgeht, alle anderen haben sich gesundheitlich für die blühende deutsche Wirtschaft aufgerieben und genießen deshalb den wohlverdienten Ruhestand. Die Planung übernimmt Axel.

Die Kombination von Reinhards Navi und Peters Radkarte ist diesmal übrigens besser gelungen und die Kombination von E-Bike und Selbsttretern war auch entspannter als bei unserer ersten Kombi-Tour.

Organisation: Peter
Termin: 31.8. - 3.9.2018